.: Geschichte :

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>>>>ein ganz besonderes TT-Spitzenspiel

>>>>eine ganz besondere Tragödie

>>>>ein ganz besonderer Ausgang

 

 

 

Es hätte ein so toller Abend werden sollen!!!

Am Freitag, den 18.02.2011, fand in Neckarsteinach das Spitzenspiel zwischen dem TTC Neckarsteinach (Tabellenzweiter) und der TV 1876 Neckargemünd (Tabellenführer) um den Aufstieg in die A-Klasse statt. Hochkonzentriert, angespannt und nervös wurde mit den drei Eingangsdoppeln begonnen. Hier war schon erkennbar, dass man sich in freundschaftlicher Atmosphäre gegenseitig nichts schenkte und nach drei hart umkämpften Doppeln ging der Tabellenführer mit 2: 1 in Führung.

In Folge konnten für die Neckargemünder Lehnert, Altmann, Heckmann und Brandt ihre Einzelspiele erfolgreich beenden, so dass der Tabellenführer zwischenzeitlich die Führung auf 6: 1 ausbauen konnte.

Unser Senior, Werner Berblinger (84 Jahre) verlor sein Einzel und zum nächsten Spiel trat Walter Keck an. Auch er hatte eine lange Durststrecke hinter sich und erst in den letzten Begegnungen konnte er Spiele erfolgreich gestalten. Um so motivierter stand er an der Platte und nach "Auf und Ab´s" gelang es ihm in vier Sätzen, den Punkt zum 7: 2 zu holen.

Nachdem Walter sich erschöpft auf die Spielerbank saß, brach er kurze Zeit später zusammen und stürzte auf den Hallenboden. Dort blieb er regungslos liegen und niemand wusste, was los war. Walter war nicht mehr ansprechbar und nach kurzer Zeit verdichtete sich die Vermutung, dass Walter einen Herzinfarkt erlitten hat. Ohne jegliche Zeit zu verlieren, begann meine Frau Vera sofort mit der Herz-Druckmassage und ich führte die Mund-zu-Mund Beatmung durch. Da das Eintreffen des Notarztes und des Krankenwagens ca. 20 Minuten dauerte, löste Lothar Denner, Spieler des TTC Neckarsteinach zwischenzeitlich mal meine Frau bei der Herzmassage ab. Ebenso wurde ich später bei der Mund-zu-Mund Beatmung von einer mir noch unbekannten Frau, ich vermute mal, einer Spielerfrau von Neckarsteinach, abgelöst. Mit dem Eintreffen des Rettungsdienstes und der weiteren Versorgung wurde Walter auf die Intensivstation der Medizinischen Klinik Heidelberg verbracht und gleich operiert.

Fassungslos, zutiefst bestürzt, verließen alle später die Halle. Das "so wichtige" Spiel war plötzlich das Nebensächlichste der Welt und keiner fragte mehr nach einem Ergebnis.

Zwischenzeitlich, am Tage des Berichtes (01.03.2011), ist Walter den Umständen entsprechend wieder wohlauf, sitzt bereits wieder im Stuhl und lacht und scherzt auch schon wieder, so dass davon ausgegangen werden kann, dass er dieses Erlebnis unbeschadet überstanden hat.

An dieser Stelle ist es mir ein großes Bedürfniss, mich noch einmal recht herzlich bei meiner Frau Vera zu bedanken, die unermüdlich und mit großer körperlicher und psychischer Anstrengung über einen gefühlten, unendlich langen Zeitraum die Herz-Druck-Massage durchgeführt hat. Weiterer Dank gilt Lothar Denner (Spieler TTC Neckarsteinach) der zwischenzeitlich meine Frau ablöste sowie der mir unbekannten Frau, welche mich bei der Mund-zu-Mund Beatmung ablöste.

Im Nachhinein bleibt festzustellen, dass es ein glücklicher Umstand war, dass Walter den Herzinfarkt zu einem Zeitpunkt bekommen hat, wo er von vielen Menschen umgeben war und die Tatsache, dass die lebensrettenden Maßnahmen bis zum Eintreffen unermüdlich und richtig angewandt wurden. Jeder sollte sich beim Lesen des Berichtes selbst einmal hinterfragen, "was würde ich machen, wenn ich in die Lage kommen würde?" Kann ich eine Herz-Druckmassage durchführen?, kann ich eine Mund-zu-Mund Beatmung durchführen? Diese Fragen gewinnen unheimlich an Bedeutung, wenn man selbst unvorbereitet einen lieben Menschen hilflos, regungslos am Boden liegen sieht und man genau weiß, wenn nichts unternommen wird, dann stirbt der Mensch.

Allen Beteiligten, Betroffenen und Anwesenden noch einmal herzlichen Dank, auch im Namen von Walter Keck.

Am Rande erwähnt werden sollte aber dennoch, dass der TTC Neckarsteinach trotz der Wichtigkeit des Spiels auf eine Wiederholung verzichtet hat und den Sieg den "Neckargemündern" aufgrund des klaren Rückstandes von 2: 7 zuschreiben ließ.

Franz

 

 

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